Lotusphere 2009 zeigt den Weg: Working smarter together.
Gerade geht die Opening Session der Lotusphere 2009 vorbei. Eingeleitet von den ekstatischen Trommelrhythmen der Blue Men Group (sind das eigentlich IBMer, so true blue wie sie sind?) begann das Dauerfeuerwerk von gelungenen Präsentationen und Ankündigungen der Opening Session. Bob Picciano, General Manager von Lotus sagte etwas zum wachsenden Erfolg von Lotus am Markt: Die weltweite Zahl an Lotus Notes Lizenzen ist um weitere 5 Millionen auf 145 Millionen angewachsen. Darunter befinden sich auch Microsoft Lizenzinhaber, die auf Lotus Collaboration Software gewechselt haben. In den 15 Monaten bis zum dritten Quartal 2008 entschieden sich über 12.000 neue Unternehmen erstmals für Lotus Notes/Domino Lizenzen; damit nutzen nun über die Hälfte der weltweiten Fortune 100 Unternehmen Lotus Notes und Domino. Dazu präsentierte er dann gleich drei Referenzkunden mit ihren IT-Leitern: The Coca Cola Company, Netjets und HSBC – die ihre Softwarestrategie mit Notes, WebSphere Portal und dem gesamten Portfolio erläuterten.
Dann folgte Jim Basille, der Chef von RIM, um deren neue Lösungen auf den Blackberrys aufzuzeigen: Connections 2.0.1 für RIM wird nun alle 5 Services mit einer der Hardware angepassten Lösung unterstützen und dabei auch mehr Funktionalität haben, als bisher. So kann man überall Namen anklicken und kommt direkt auf dessen Connections Profil. Schön sind auch die neuen Funktionen im zukünftigen Sametime Client, wie File-Übertragung, Public Groups, mehr Multimediaunterstützung bei den Webkonferenzen, die dann auch auf dem Blackberry gehen, usw. Das hat auch in der Vorführung begeistert. Überraschend war die Ankündigung von RIM auch Lotus Symphony und Lotus Quickr künftig direkt zu unterstützen. Aber die größte Überraschung war die Ankündigung der Unterstützung von Domino Anwendungen, auch mit XPages, auf den Blackberry, indem RIM ihr Blackberry Java Development Environment (BlackBerry JDE) für Eclipse an den IBM Lotus Domino Designer anbindet.
Kevin Cavanaugh zeigte dann, dass Lotus Notes Vielen zu Recht als das mit Abstand beste Messaging Environment gilt. Das Konzept von „Offen und einfach“ verbunden mit besonders hoher Leistungsfähigkeit des Domino Servers und signifikanten Einsparungen beim Einsatz des neuen 8.5 Releases (30-40& weniger CPU-Last, 40-60% weniger Plattenplatz, über 50% weniger I/O Messages; alles gegenüber Release 6.5 oder 7.0) sind einfach deutlich mehr als durchschnittlicher Mailclient, der sonst nicht viel kann. Auch die volle Verfügbarkeit auf Linux, Windows und Mac zeigen auf, das Notes eine erfrischende Vielfalt bietet. Und wer ehrlich ist möchte schon lange nicht mehr einen langweiligen Email Client aufmachen müssen, dem die Integrationsfähigkeit eines offenen Systems wie Notes fehlt. Mit Notes 8.5 wird immer deutlicher, wie richtig der mit 8.0 eingeschlagene Weg der Nutzung von Eclipse als Basisplattform war. Im März wird die unter dem Codenamen Atlantic geführte, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit SAP die ersten Früchte Tragen: „Alloy 1.0“ heißt das Produkt nun und wird vermutlich ab 3. März kein starres Duet hinlegen, sonder eine offen, anpassbare Integration von Notes 8.5 und SAP Lösungen bieten. Die neue Partnerschaft mit Linked-in trägt auch schon Früchte und bringt ebenfalls Plugins für Notes und Sametime zur Integration der Social Community Plattform Linked-in. Das man Connections Activites mit dem überarbeiteten Notes Plug-in jetzt auch offline nutzen kann (was mir persönlich ausgesprochen wichtig war und sehr gut gefällt) war fast nur ein Nebensatz, als Kevin Cavanaugh dann auf Lotus Symphony einging: Mittlerweile über drei Millionen mal runtergeladen steigt das Interesse von Unternehmen über diese lizenzkostenfreieAlternative massiv Kosten zu sparen. Mit der vollen Unterstützung der ODF Toolkit Community und auch der MS Office 2007 Formate im kommenden Symphony 1.3 geht es in großen Schritten weiter. Intern bei IBM selbst ist Symphony heute die strategische Office Plattform und bereits bei über 200.000 Nutzer ausgerollt.
Ron Sebastian (wie immer höchst professionell) und Suzanne Minassian (als kogeniale Partnerin) zeigte alle diese Neuerungen live ...und dann noch, dass auch iNotes (Notes im Web-Client) immer leistungsstärker wird: Schicke, neue Funktionen wie Live Text (Texterkennung aufgrund von Mustern und Verknüpfung der Fundstellen mit in Widgets kodierten Aktionen) geht nun auch in iNotes und die schicke Sidebar mit Sametime ist jetzt vorhanden.
Kevin betonte dann noch unterdeutlichem Applaus wie gut, einfach und günstig Domino als Anwendungsentwicklungsumgebung ist. Im vorgeführten Beispiel hat er zu einer bestehenden Anwendung mit Hilfe des neuen Domino Designers 8.5 in Windeseile eine Tag-Wolke hinzugefügt. Zum Thema „erweitern“ fallen einem natürlich die vielen Partner ein. Für sie hat IBM den Lotus Smartmarket eingerichtet, damit es für sie noch leichter wird ihre innovativen und praxisnahen Lösungen anzubieten. Dazu gehört auch eine intensivere Unterstützung der OpenSource Plattform OpenNTF.org.
Bruce Morce zeigte im nächsten Abschnitt, wie man ab Mitte 2009 mit Sametime Unified Telefony telefonieren kann: Mit allen Varianten von klassischem Telefon bis zum Smartphone, und das verbunden mit einer Logik, die das Merken von Telefonnummern zum Thema des letzten Jahrhunderts degradiert. Sametime 8.5 selbst wird auch wieder viel Neues bringen, so einen neuen RIM Blackberry Client und die volle Unterstützung für iPhones und Nokia Geräte. Webkonferenzen laufen zukünftig voll über http (was das gewünschte Tunneln durch Firewalls einfacher macht) und brauchen keine Java Applets mehr. Es ist dann auch möglich Web-Konferenzen einfach fortlaufen zu lassen – so genannte „persistent Web-Conferences“, die man jederzeit ohne Anmeldung wieder aktivieren kann. Web-Konferenzen werden in Zukunft im weit verbreiteten Quicktime Video Format mitschneidbar sein. Apropos Video: Ron Sebastian führte die schicke Integration von Polycom Video und Cisco Smartphones live vor.
Jeff Schick, der Vice President für Lotus Social Software, muss besonders gut gefrühstückt haben. Er versprühte enormen Drive und betonte stolz, dass schon über 44.000 Kunden seine am Markt führende Software einsetzen. Was er dann zu Connections 2.5 zeigte – wird im 3. Quartal erwartet – beeindruckte entsprechend: eine neues, full Feature Wiki in Connections und Quickr braucht sich hinter den führenden Lösungen am Markt nicht mehr verstecken, die öffentlichen Social Business Networks wie Linked-in können als Widget in die Profiles integriert werden und zusätzlich ist Microblogging integriert, ähnlich wie man es von Twitter kennt, Social File Sharing kommt als weitere, coole neue Funktion...und fast alles auch auf dem Blackberry und im Microbrowser vom Apple iPhone und Nokia. Damit wird Connections die führende Stellung als offene Web 2.0 Suite für Unternehmen weiter ausbauen.
Auch bei Lotus Quickr wird es 2009 kräftig voran gehen. Gerade verfügbar geworden ist ja die volle Ende-zu-Ende Unterstützung für Dokumenten- und Content Management durch die transparente Einbindung von IBM DB2 Content Manager und IBM Filnet P8 Content Manager (und weitere über Partner), was letztlich die Grenzen von Datenmengen auf beliebige Größenordnungen erweitert. Für den Endbenutzer bleibt alles über die wirklich komfortablen Quickr Konnektoren aus den unmittelbaren Arbeitsumgebungen (auch MS Office) auf einfachste Weise zugänglich. Jeff Schick kündigte mehrere Releases der beiden Quickr Varianten in 2009 an, wobei es insbesondere auch für die Domino Variante wieder einen großen Schritt geben wird, wenn die neuen Funktion von Domino 8.5 (XPages, usw.) ausgenutzt werden.
Larry Bowden zeigte dann, was es bei IBM als Marktführer im Bereich Portale alles Neues gibt und wie die verschiedenen Akzeleratoren je nach Bedürfnis die Einbindung weiterer Funktionen sehr viel einfacher als in der Vergangenheit gestalten. Er sprach den auch den „IT Backlog“ an: den Effekt, dass Fachbereiche neune Funktionen benötigen, die die IT Abteilung nicht schnell genug zur Verfügung stellen kann. Hier wird, nach seinen Aussagen das bereits verfügbare Lotus Mashup Center den Fachbereichen neue Möglichkeiten bieten Informationen über Widgets und deren Verdrahtung als einfache Anwendungen in ganz neuer Geschwindigkeit und Flexibilität aufzubereiten, ohne dass die IT dazu tätig werden muss.
Danach folgte Sean Poully, Vice President für die Lotus Offerings in the Cloud. U.a. aus dem Bluehouse Beta Programm ist jetzt das Cloud-Computing-Portfolio LotusLife (www.LotusLive.com) geworden. Dazu hat Lotus auch gleich neue Partner mit eingebunden, wie Linked-in, Salesforce und Skype – letztere für Voice und Video, was auch bedeutet, dass man mit allen Skype Nutzern über LotusLife kommunizieren kann.
Die Lotusphere steht unter dem Label „Resonanz“, womit eigentlich gemeint ist, dass die Softwarebausteine von Lotus so gestaltet sind, dass sich sich in Resonanz ergänzen. In der Opening Session konnte man es auch so verstehen, dass Bob Picciano die anwesenden Kunden und Partner gefragt hat in wieweit die neuen Ideen, Lösungen und strategischen Entwicklungen auf Resonanz stoßen. Der Szenenapplaus dürfte den ebenfalls anwesenden Wettbewerbern – ja, Lotus ist offen – deutlich gemacht haben, wo es hingeht.
Wenn Collaboration, dann Lotus. Was sonst?
Ich freue mich schon auf die vielen weiteren Sessions, den Rundgang in Partnernetzwerk und - meinen Lieblingsraum - das Future Lab. Die Gespräche mit meinen Kunden, deren Begeisterung spüren... das kommt gut. Sehr gut sogar. Lotusphere ist eben Lotusphere und es gibt keine schönere IT Veranstaltung.