Architektur stellt den Übergang von der Problemstellung zur Implementierung dar. Hierbei hat Architektur die Aufgabe Ordnung und Überblick in komplexe Sachverhalte zu bringen, indem sie strukturiert, Schnittstellen definiert und Teilsysteme in Beziehung setzt.

In der Praxis hat sich eine Dreiteilung in die folgenden Architekturebenen herauskristallisiert und bewährt:

1. Facharchitektur / Analyse

Die Facharchitektur hat zur Aufgabe, unabhängig von der IT, Prozesse, deren Prozessschritte, sowie Einzelaktivitäten mit den hierzu notwendigen Geschäftsobjekten / Dokumenten zu beschreiben. Eine Facharchitektur ist somit das Ergebnis einer Geschäftsprozessmodellierung. Die Facharchitektur hat folgende Aufgaben:

  • Beschreibung der Fachdomäne
  • Formulierung der funktionalen Anforderungen

2. Anwendungsarchitektur

Die Anwendungsarchitektur beschreibt, wie Anteile des Ergebnisses einer Facharchitektur, die IT-technisch unterstützt werden sollen, in einem oder mehreren Systemen umgesetzt werden. Auf dieser Ebene werden Komponenten gebildet, die Dienste über definierte Schnittstellen bereitstellen. Das Erstellen einer Anwendungsarchitektur umfasst dabei folgende Aufgaben:

  • Formulierung der nicht funktionalen Anforderungen
  • Auswahl der technischen Plattform
  • Design von Komponenten / Definition von Schnittstellen / Festlegung von Strukturen
  • Machbarkeit / Risikoanalyse
  • Formulierung von Anforderungen an die Infrastruktur
  • Definition eines Entwicklungsprozess
  • Projektplanung
  • Qualitätssicherung

Der Bereich der Anwendungsarchitektur bestimmt die Charakteristika der Anwendung und bildet somit die Grundlage für die Umsetzung der funktionalen und nicht funktionalen Anforderungen. Des Weiteren ist sie verantwortlich für die wirtschaftliche Implementierung und Ausbaufähigkeit bzw. Zukunftsfähigkeit eines Systems.

Definition “Architektur” nach ANSI/IEEE Std 1471-2000:

“Die grundlegende Organisation eines Systems, verkörpert durch seine Komponenten, Beziehungen zueinander und die Umgebung, sowie die Prinzipien, denen sein Design und seine Entwicklung zugrunde liegt.”

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3. Infrastrukturarchitektur

Die Infrastrukturarchitektur umfasst Distribution, Betrieb, Performance, Hochverfügbarkeit und, nicht zuletzt, die Sicherheitsarchitektur.

Anwendungen müssen in der Regel in eine bestehende Systemlandschaft integriert werden und mit anderen Anwendungen kommunizieren können. Dadurch fällt der Architektur eine immense Bedeutung zu – das Strukturieren der Komponenten und Definieren von Schnittstellen ist mitentscheidend für Erfolg oder Misserfolg der Software. Je größer die IT-Landschaft eines Unternehmens ist, umso entscheidender ist die Architektur bei der Softwareentwicklung. Große Unternehmen tragen dem Rechnung, indem sie eigene Architekturteams einsetzen. Diese Teams sind u.a. dafür verantwortlich, dass alle Vorgaben der Architektur bei der Entwicklung eingehalten werden. Nur so lässt sich ein unkontrollierter Wildwuchs der IT-Landschaft verhindern, der neben erhöhten Anschaffungskosten auch mehr Wartungsaufwand und Unflexibilität beim Anpassen der IT-gestützten Geschäftsprozesse in einem dynamischen Markt zur Folge hätte.

TIMETOACT unterstützt und berät Sie auf den Ebenen der Anwendungs- und Infrastrukturarchitektur und kann zusammen mit Partner auch den Bereich der Facharchitektur abdecken.