Requirement Engineering

Anforderungen in hoher Qualität sind Grundlage für die Entwicklung wertschöpfender Lösungen

Egal ob eine Standardsoftware eingeführt, Erweiterungen programmiert oder individuelle Lösungen erstellt werden sollen: die meisten Projekte leiden unter einer Vielzahl schleichender Erweiterungen. Wie das Sprichwort so schön sagt: Der Appetit kommt eben beim Essen. Der Projektumfang besteht irgendwann weitgehend nicht mehr nur aus einer Liste von Lieblingsfunktionen. Stattdessen wird der Systemumfang so ausgeweitet, dass oftmals konkurrierende Anforderungen entstehen, die den Aufwand und die Kosten endlos in die Höhe treiben. Der Fokus auf die Lösung und die Benutzerakzeptanz ist schon lange verloren gegangen. Diese Entwicklung ist keine Seltenheit in Unternehmen, doch kann mithilfe des Requirement Engineerings leicht geändert werden.

Was ist Requirement Engineering?

Dem Begriff "Requirement Engineering" liegt ein simples und effizientes Prinzip zugrunde: Es wird davon ausgegangen, dass der Auftraggeber und die Benutzer die tatsächlichen Anforderungen selbst gar nicht vollständig kennen, sondern lediglich die Zielsetzung, die mit der Lösung erreicht werden soll – den Business Value.

  • Basierend auf dieser Annahme wird durch Workshops ein gemeinsames Verständnis über das zu entwickelnde System erreicht und dieses durch sogenannte User-Stories und Prototypen getestet. Zu diesem Zeitpunkt ist noch kein einziger Code geschrieben. 
  • Anschließend werden Lösungen erarbeitet und bewertet, um die Anforderungen zu erfüllen und die Ziele zu erreichen. Diese Anforderungsanalyse stellt sicher, dass sowohl die Nutzer selbst als auch die beteiligten Stakeholder (Wer hat ein Interesse an dem zu entwickelnden System, wer ist betroffen, wer ist an der Entwicklung direkt und wer indirekt beteiligt?) in das Lösungsdesign eingebunden sind und dieses so effizient und fehlerarm umgesetzt werden kann. Damit schaffen Sie einen Orientierungsrahmen für die Arbeit des Projektteams und eine Grundlage für die Stakeholder-Kommunikation. Kommunikation ist hierbei zentral. Zudem dient dieser Prozess als "Dolmetscher" zwischen den Fachbegriffen der IT, dem Entwicklungsteam und den Geschäftsprinzipien der Benutzer.
Brainstorming

Nun kennen wir den Soll-Zustand (Lastenheft) und analysieren auf Basis dieses Umfangs den Ist-Zustand (Pflichtenheft). Hierbei sollte nicht vergessen werden, Verbesserungen in die Strukturen, Prinzipien und Prozesse einzubringen. Eine Analyse erfordert auch immer eine gewisse Art von Querdenken und Hinterfragen, denn letztendlich soll das neue System dem Unternehmen ermöglichen, durch lösungszentrierten Einsatz von IT Arbeitsabläufe zu verbessern. Diese Vorarbeit ist nun die Basis für das weitere Vorgehen.

Anforderungen in hoher Qualität sind Grundlage für die Entwicklung wertschöpfender Lösungen!

Workflow

Aus Anforderungen und User-Stories entstehen definierte Arbeitspakete und anschließend Codes. Durch agile Prinzipien wird sichergestellt, dass es neben dem Anforderungsmanagement auch ein Änderungsmanagement und Möglichkeiten zur Priorisierung gibt. Dies ist keine schleichende Erweiterung durch die Hintertür, sondern stellt sicher, dass frühes Feedback sofort in das System übernommen werden kann. Egal wie wertschöpfend eine Lösung ist, sie kommt nur durch Benutzerakzeptanz zum Leben. Aus den abgearbeiteten Arbeitspaketen werden am Ende Test Cases und Dokumentationen, die ein Stück des Releases darstellen. Fehlerarm, effizient und von den Benutzern akzeptiert.

Design Thinking – Basis von Requirement Engineering

Die zugrundeliegende Methode Design Thinking ist dabei nicht auf die Entwicklung und Innovation von Produkten oder Services begrenzt, sondern kann allgemein zur Analyse von Problemen und zur Ableitung von innovativen Lösungen eingesetzt werden. Die Teams lernen Grenzen zu überwinden und mit gegebenen Rahmenbedingungen umzugehen. Letztendlich ist nichts motivierender als ein klar formuliertes Ziel, an dessen Formulierung man selbst mitgearbeitet hat.


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